Produktion elektronischer Musik: Instrumente

Das Interessante ist, dass elektronische Instrumente meist im Zusammenhang mit anderen komplexen Systemzusammenhängen entdeckt wurden. Menschen mögen elektronische Musik, weil sie reicher und erfüllender erscheint als Musik, die klassischerweise mit menschlicher Stimme und Instrumenten wie Gitarre, Klavier und Schlagzeug unterstützt wird.

Im russischen Leningrad wurde in den 1920er Jahren das Ätherophon erfunden, das später nach seinem Erfinder Theremin benannt wurde. Er arbeitete in einem Laboratorium. Die Besonderheit seines Instrumentes war es, aus zwei Tönen, die nicht mehr zu hören waren, einen Ton zu erzeugen. Die Erfindung des Theremin war sehr inspirierend: Im Jahre 1945 wurde ein Stück für das Theremin vom New York Symphony Orchester uraufgeführt. Das Besondere am Theremin ist, dass es ohne physikalischen Kontakt betrieben werden kann. Es besteht aus zwei Metallantennen, die die ungefähre Lage des Thereministen orten. Oszillatoren steuern die Frequenz und das Volumen. Mit Hilfe eines Lautsprechers werden die elektrischen Signale gebündelt und übertragen. Das Theremin wurde in den 1930er Jahren auch sehr gerne als Instrument für die Filmmusik benutzt. Auch in Star Trek wurde das Theremin als Instrument für die Filmmusik benutzt. Auch in dem Song „Good Vibrations“ von den Beach Boys wurde das Theremin eingesetzt.

Einige berühmte Stücke wurden als Musik auf dem Theremin adaptiert: das Finale von Beethovens Neunter Symphonie, die Vier Jahreszeiten von Vivaldi und die russische Volksmelodie „Kalinka-Malinka“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die elektronische Musik in einen Aufschwung. In Frankreich entwickelte sich die Musik concrete, die auf eine Normalisierung der musikalischen Klänge mit Hilfe von komplexen Klanginstrumenten hinwirkte. Um ein Musikstück zu schneiden, standen noch keine Tonbänder zur Verfügung. Also benutzte man acht Plattenspieler, um die Geräusche aufzuzeichnen und hinterher zusammenzuschneiden.

In Amerika wurde in den 1930er Jahren die Hammond-Orgel erfunden, die nach ihrem Erfinder Laurens Hammond benannt ist und eine elektromechanische Orgel ist. Sie ist ein Instrument, das klassischerweise in der Jazz-Musik aber auch im Gospel eingesetzt wird. Ursprünglich sollte die Hammond-Orgel die Pfeifen-Orgel ersetzen, was ihr jedoch nicht ganz gelang. In den 1960er und 1970er Jahren war die Hammond-Orgel ein Klassiker in sehr vielen Bands. Sie war ein Standardinstrument. Damals wurde sie in Kombination mit dem Leslie-Lautsprechersystem eingesetzt. Erfunden wurde sie zufällig bei der Uhren- und Wechselstrom-Motor-Produktion. Die Anreize für die Entwicklung der Hammond-Orgel kamen von den modernen Film- und Theaterproduktionen sowie der Orgel, die in den Kirchen eingesetzt wurde.