Instrumente in der elektronischen Musik: die Lichttonorgel

Zur gleichen Zeit wie die Hammond-Orgel wurde auch die Lichttonorgel erfunden. Die Erzeugung von Klang ist fotoelektrisch. Wir erkennen daran, dass die Physik und die technische sowie musikalische Entwicklung in den 1930er Jahren schon extrem weit fortgeschritten waren. Für den Betrieb der Orgel wurden gläserne Tonscheiben vor Fotozellen gesteuert. Heute ist noch im Technischen Museum Wien ein solches Instrument zu finden. Mit Hilfe von Lautsprechern und Verstärkern wurde die Musik aufgezeichnet.

Der Orgelbauer, der sich für die Lichttonorgel erwärmte, hieß Edwin Emil Welte und kam aus dem Breisgau. Es waren zwei Orgelbaufirmen in Süddeutschland, die daran arbeiteten, ein 1925 in Monaco zugelassenes Instrument als Prototypen einer Lichtorgel zu bauen. Es war das Konkurrenzmodell zur Hammond-Orgel, das eigentlich sehr gut angenommen werden sollte, weil es ja kein amerikanisches, sondern ein deutsches Produkt war. Weil aber die Frau des Entwicklers der Lichtorgel jüdischen Ursprungs war, konnten sich seine Pläne nicht durchsetzen. Zwar durfte er die Lichttonorgel 1936 in der Berliner Philharmonie vorstellen, er konnte aber wegen der jüdischen Wurzeln keinen Durchbruch erlangen. Er tüftelte aber noch während des Krieges an einem elektronischen Tastenklavier.

So blieb es bei der Lichttonorgel bei einem lange gehüteten Versuch. Das Modell konnte sich nicht behaupten und war nach dem Krieg so veraltet, dass nichts mehr an ihm zu vermarkten war. Heute findet man die Konstruktionspläne mit der Geschichte des Entwicklers im Augustinermuseum in Freiburg.

Die Erfindung und Vermarktung des Reproduktionsklaviers verlief dann doch etwas erfolgreicher: Ein Reproduktionsklavier ermöglicht es, das Klavierstück, das ein Pianist einmal eingespielt hat, zu speichern und nahezu originalgetreu wiederzugeben.

Ob sich ein elektronisches Instrument durchsetzt oder nicht, das liegt häufig auch an der Genauigkeit des Erbauers. Die Frage ist, ob die Klangeinstellung geländegängig ist oder doch eher ein Einzelphänomen.