Instrumente in der elektronischen Musik: Das Telharmonium

Das Besondere an elektronischer Musik ist, dass sie mit Hilfe von Lautsprechern verstärkt wird. Die Instrumente, die an elektronischer Musik beteiligt sind, sind alle am Stromkreislauf. Neben der reinen elektronischen Musik hat sich auch die Elektroakustik immer mehr durchgesetzt, das heißt, ursprünglich akustische Instrumente werden durch leichte Stromzugabe verstärkt. Die Anfänge der elektronischen Musik gab es bereits im 18. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts gab es weitere zarte Versuche. Erst im 20. Jahrhundert wurde die elektronische Musik geländegängig.

Fahrtwind bekam die elektronische Musik zu Beginn der 80er Jahre. In den 70er Jahren begeisterte die Disco-Musik, in den 80er Jahren kam die Elektromusik in Mode. Dazu gehörten Synthpop, Euro Disco, House und zu Beginn der 90er Jahre die Techno Musik.

Das Besondere an elektronischer Musik ist, dass sie die Grenzen des menschlichen Daseins überwinden kann. Es ist schon klar, dass es ohne die menschliche Existenz keine elektronische Musik gäbe, aber das, was elektronische Musik ausmacht, berührt die Grenze des einfachen menschlichen Verständnisses. Zum einen hat elektronische Musik einen ästhetisch-künstlerischen Aspekt, zum anderen berührt elektronische Musik die Naturwissenschaft besonders in den Bereichen Physik und Elektrotechnik.

Die ersten Instrumente in der elektronischen Musik gab es bereits im 18. Jahrhundert. Hier wurde eine kleine Säge entwickelt, auf der mit Klangverstärkung gespielt wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Telegrafie, eigentlich zum Versenden menschlicher Nachrichten. Nebenbei entwickelte man auch das erste elektronische Klavier. Der Erfinder war der Inhaber einer Telegrafenfabrik im Jahre 1867.

Das erste Patent in elektronischer Klangerzeugung wurde 1895 in Frankfurt am Main erteilt. Die Entwicklung elektronischer Musik überschnitt sich mit umfassenderen Konzepten, die elektronische Musik schon voraussetzten.

Thaddeus Cahill war ein Rechtsanwalt aus Washington D.C., der als ungewöhnlicher Instrumentenbauer Ende des 19. Jahrhunderts bekannt wurde. Musikalisch begabt war er schon sein ganzes Leben. Entwickelt hatte er schon einige Verbesserungen für das Klavier. Dann entwickelte er ein Instrument und zwar das Telharmonium oder Dynamophon. Es war ein 200 Tonnen schweres Instrument, das so groß wie ein Güterwagon war. Es wurde mit einem dampfbetriebenen Mehrfachstromerzeuger angetrieben und für die Musikherstellung in den USA eingesetzt. Um einen Ton mit dem Telharminium zu erzeugen, musste zunächst eine gewaltige Menge Strom mit einem Dynamo erzeugt werden. Als der Erfinder des Telharmoniums Thaddeus Cahill im Jahr 1934 verstarb, geriet auch sein Instrument etwas in Vergessenheit. Im Jahre 1962 führte das Telharmonium zur Entwicklung des ersten Synthesizers.

Insgesamt wurden drei dieser Anlagen gebaut. Es sind noch Abbildungen dieser Geräte zu finden, die im Prinzip an den Gedanken einer Orgel angelehnt sind. Das Spannende an diesen Instrumenten ist, dass sie eben nicht zur Verstärkung des menschlichen Geistes gebaut sind, so wie das bei herkömmlichen Instrumenten der Fall ist, sondern dafür gebaut sind, systemisch ein gesamtes Arrangement zusammenzufassen, dass aus geistigen und physikalischen Eindrücken zusammengefasst ist.